Zu Beginn des Jahrhunderts, als amerikanische Reifen- Fabrikanten entdeckten, dass sie mit ihren Rohstoffen Leinen und vulkanisiertem Gummi auch ganz passable und recht günstige Freizeitschuhe produzieren können, nutzte B.F. Goodrich die Gunst der Stunde, um eine neue Turnschuhlinie herauszubringen. Sie wurden als „straight-line“ 1905 in ganz Amerika bekannt.
1928 brachte B.F. Goodrich die legendären „Chief Longe Lance“-Linie auf den Markt, die durch den amerikanischen Football Star Jim Thorpe weltweite Berühmtheit erlangte.
1933 patentierte B.F. Goodrich dann ein Fußbett, das die Turnschuhfabrikation revolutionieren würde: die „Posture Foundation“-Sohle, daher das PF in PF Flyers. „Posture Foundation“ beschreibt eine bestimmte Schuhsohlen- Konstruktion. Durch eine leichte Erhöhung in der Fußbett- mitte, dem so genannten „rigid PF Wedge“ schaffte es Goodrich, das Körpergewicht optimal auf die Fußsohle zu verteilen.
1937 war die Turnschuhmarke PF Flyers geboren.
Die 40er Jahre Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Leinen-Sneaker sehr populär, auch außerhalb des Sportbereichs. Sie waren bequem, haltbar und erschwinglich. „Everything you do is more fun with PF“ konnte man in einer Anzeige von 1947 lesen.
Die 50er und 60er Jahre Das goldene Zeitalter von PF Flyers. Der berühmte Trainer der Boston Celtics liebte PF Flyers und machte sie auf einen Schlag populär. Die Marke wurde eine der bekanntesten in Amerika. PF Flyers beherrschten 20% des amerikanischen Leinenschuh-Marktes. Sie waren „the sneakers that started it all“, wie in einem Artikel von 1963 zu lesen ist. Selbst in einem Kinofilm, dem Kult-Baseball-Movie „Sandlot“, spielten PF Flyers eine Hauptrolle. Hier verhalfen sie dem Helden zu todesmutigen Aktionen, die ihm Ruhm und Ehre einbrachten. Auch die in den 60er Jahren beliebte Jugend TV Serie „Jonny Quest“ machte PF Flyers zum Hauptdarsteller. Denn diese Schuhe verhalfen dem Helden schneller zu rennen und höher zu springen. Seinen „Magic decoder ring“ fand man damals in jedem PF-Flyers-Schuhkarton. Alle und jeder trug PF Flyers. Sie waren die absoluten Trendschuhe der 60er.
Die 70er Jahre 1972 gab B.F. Goodrich das Schuhbusiness auf und verkaufte seine gesamte Turnschuh-Manufaktur an Eltra Corp., übrigens der Mutterkonzern von Firmen wie Converse. Aus monopolrechtlichen Gründen sah sich der Konzern aber gezwungen, eine der Marken zu verkaufen und so erwarb sich die Brookfield Athletic Shoe Company die Rechte an der Marke PF Flyers.
Die 80er Jahre 1984 kaufte Hyde Athletic Industries die Marke PF Flyers auf und machte 1988 einen Relaunch in den USA. Leinenschuhe hatten ein großes Comeback und PF Flyers brachte in Kooperation mit der schweizer Uhrenmarke Swatch zwei Sondermodelle raus. 1991 wurde die Marke aber weiter an Leif J. Ostberg (LJO) verkauft.
Die frühen 90er Jahre Die Marke PF Flyers erlebte durch diverse Eigentümerwechsel nicht nur wilde 80er, sondern auch ereignisreiche 90iger Jahre. Dies führte auch dazu, dass PF Flyers Schuhe im Zeitalter der „überdesignten“ und „super funktionalen technischen“ Sneaker an Bedeutung verlor. Doch echte Canvas und Original Liebhaber in den USA blieben der Marke PF Flyers treu und machten sie langsam aber sicher zu einem Insider Tipp.
Auferstehung 2001 Seit 2004 sind PF Flyers auch in ausgewählten und exklusiven Szene-Läden in Deutschland erhältlich. Dies wurde auch Zeit, da „Posture Foundation“-Schuhe ein erfolgreiches Comeback seit 2001 im Mutterland der Turnschuhe USA feiern. Die Ruhephase für PF Flyers ist vorbei. Dabei bleiben die Grundsätze der Marke bestehen: Qualität, Tragekomfort, Spaß und Lifestyle. Aber PF Flyers wird sich nicht auf alt verdienten Lorbeeren ausruhen. Alte Markenwurzeln ge- deihen auf einem gesunden Boden voller freudiger Innovation und solidem Komfort.
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